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Mangelnde Ladungssicherung und ihre Folgen
Beim Transport auf der Straße treten aufgrund von Anfahr- und Bremsvorgängen sowie beim Durchfahren von Kurven Kräfte auf, die auf die Ladung einwirken. In vielen Fällen reicht die Reibungskraft dann nicht mehr aus, um die Ladung auf der Ladefläche zu halten und sie gerät ins Rutschen. Ist eine Ladung erst einmal ins Rutschen gekommen, also außer Kontrolle geraten, ist es möglich, dass sie auf der Ladefläche beschädigt wird. Allein diese Ladungsschäden belaufen sich nach Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in der Bundesrepublik Deutschland auf jährlich 200 bis 300 Millionen Euro.
Es kann aber auch passieren, dass eine Ladung das Transportfahrzeug beschädigt und unter Umständen sogar vom Fahrzeug herunterfällt. Nicht selten hört man im Verkehrsfunk, dass vor Ladungsteilen auf der Fahrbahn gewarnt wird. Wie kommen die da wohl hin? Wer haftet für den entstandenen Schaden, wenn unbeteiligte Verkehrsteilnehmer über diese Gegenstände fahren?
In der Praxis hört man oft Argumente wie: „Ich fahre schon 20 Jahre so und es ist noch nie etwas passiert.“ oder: „Das ist so schwer, das bewegt sich nicht.“ Diese Argumentation soll dann die fehlende Ladungssicherung begründen. Das ist der falsche Weg!
Der richtige Weg ist, sich mit den gesetzlichen und technischen Bestimmungen vertraut zu machen und die physikalischen Gesetze zu verstehen, die eine Ladungssicherung erforderlich machen. Dazu gehört ebenso das Wissen um die Stabilität der Transportfahrzeuge und die Kenntnis über die Leistungsfähigkeit der Zurrmittel.
Natürlich gibt es auch Verlader und Fahrer, die ihre Ladung sichern. Leider ist es aber oft so, dass sie die Ladungssicherungsmaßnahmen nur schätzen, weil sie nicht gelernt haben, wie sie berechnet werden. In der Regel fällt dann diese Schätzung viel zu gering aus und die Ladung wird nicht ausreichend gesichert. Nach Angaben des GDV sind 70 % aller Ladungen mangelhaft oder gar nicht gesichert und schwere und schwerste Verkehrsunfälle sind leider oft die Folge. Nach glaubhaften Schätzungen dürfte die „mangelhafte Ladungssicherung“ bei ca. 20 bis 25 % der Verkehrsunfälle im Schwerlastverkehr unfallursächlich sein. Hier werden Fehler gemacht, die vermeidbar sind. Richtige Ladungssicherung muss nicht aufwändig sein, man sollte nur wissen, wie sie sinnvoll angewendet wird.
Alfred Lampen
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